SILENOSANTEFIX

südetruskisch (1. Hälfte 4. Jhdt. v. Chr.)

Männlicher, bärtiger Kopf mit Efeukranz im Haar und Tierohren, der von einem Muschelantefix stammt. Im oberen rechten Bereich, sowie rund um den Kopf sind Reste der teilweise ornamental verzierten Muschel zu sehen. Die Polychromie hat sich stellenweise gut erhalten. So findet man neben Spuren einer Grundierung, Reste von Weiß in den Augen, Reste von Rot im Gesicht, auf den Lippen, im Bart(?), sowie am Muschelansatz und Schwarz im Bart.

Efeukranz, Tierohren sowie der Bart weisen den Kopf grundsätzlich als Silen aus. Doch nicht wilder, tierischer Stumpfsinn, sondern reife Altersweisheit spiegelt sich in der Zerfurchung des Gesichts wider, denn beeinflußt von Philosophenportraits wird dem Kopf hier ein Ausdruck von Abgeklärtheit, Wissen und Ruhe verliehen. Es ist also nicht ein wilder Gefolgsmann, sondern Silenos, als abgeklärte Erzieher des Dionysos gemeint. Diese von mehreren Plätzen her bekannte Änderung in der Darstellung des Silenos setzt mit dem späten 5. Jhdt. v. Chr. ein. Kopf und Polychromie erinnern an die boiotischen Büstenprotomen des bärtigen Dionysos aus dem späten 5. und frühen 4. Jhdt. v. Chr. Das vorliegende Muschelantefix entspricht grundsätzlich dem Typ Antefix C7 vom Cannicella Heiligtum, bzw dem Antefix VSL6 aus der Via San Leonardo in Orvieto. Alle stehen sie dem Typ B34 vom Belvedere Tempel nahe. 

Der Typ ist weiters von den Fundorten Tarquinia, Perugia sowie von der Villa Selvasecca, nahe Blera, östlich von Tarquinia her bekannt. Das Exemplar der privaten Villa Selvasecca ist nach Söderlin in der Dimension kleiner als die Stücke der vermutlich von öffentlichen Gebäuden stammenden Stücke Tarquinia und Orvieto. Allerdings steht Selvasecca anscheinend in enger Verbindung mit Tarquinia. Es liegt nahe den vorliegenden Typ, genau wie die eben angeführten Vergleiche, als Produkt einer einzigen Manufaktur anzusehen, die im Bereich zwischen Tiber im Osten und dem Tyrrhenischen Meer im Westen zu lokalisieren ist. Typ C7 aus Orvieto wurde in Kombination mit Antefix C8 gefunden. Die Muschel von C8 ist zu C7 ident. Statt Silenos erscheint auf C8 ein Mänadenkopf. Diese Silenosmuschelantefixe, jeweils gefolgt von einem Mänadenmuschelantefix schmückten rund um das Gebäude das Dach.

Silen- und Silenosköpfen werden im Allgemeinen apotropäische Funktionen zugeschrieben. De Grummond sieht in den Silenosköpfen auch die Stimme der Prophezeiung.

PREIS 
verkauft

Höhe
23 cm

ZUSTAND
fragmentarisch

PROVENIENZ
Privatsammlung Holland

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