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2 SCHAFTLOCHÄXTE DER SCHWEDISCH-NORWEGISCHEN STREITAXTKULTUR

Typ C2 (Sösdala 2) und Typ D1b(Hurva 1b) nach Malmer
Periode 3/4 nach Malmer (2500 - 2400 v. Chr.)

Fundort: gefunden südöstlich von Ronneby, Schweden

Die lange, elegante Schaftlochaxt Typ D1b ist eine neolithische Prachtwaffe mit First und wird von Malmer der älteren Klasse zugeordnet. Demnach zu datieren in 3./4. Periode (Malmer). Für die Klassifizierung hier typisch mit Schultern und spitzovalem Nackenquerschnitt. Noch mit dem Vollbohrer hergestellt. Typ D1b ist als Streitaxt zu bezeichnen. Der Terminus Bootsaxt wird von Malmer als nicht zutreffend abgewiesen. Nachzuweisen durch Keramikdaten bereits Anfang Periode 3. Vor allem in den nördlichen Gebieten des Verbreitungsgebiets ist der Typ D1b langlebiger und dort auch noch in Periode 4 nachzuweisen.

Die kürzere und breitere Schaftlochaxt Typ C2 aus schwarzem Stein fällt in die jüngere Klasse nach Malmer. Für die Klassifizierung hier typisch mit geschwumgene Schmalseiten, die weder auf der Oberseite noch Unterseite einen First haben. Ganz sicher für den Anfang Periode 4 belegt, sind auch von Periode 3 Äxte dieses Typs durch Keramikdaten belegt. Langlebig bis in Periode 5. Die späteren Beile Typ C3 sind alle bereits mit dem Röhrenbohrer hergestellt.

Beide Sreitäxte, Typ D1b und C2. sind bekannt von den Fundorten Schonen, Götaland, Gotland, Bornholm und dem Oslo Stravanger Gebiet.

Der Terminus Streitaxt wird von Malmer aber als unhaltbar hingestellt, da sich solche Waffen nicht wirklich im Kampf verwenden lassen. Sie würden nur einen geringen Schaden anrichten und der lange, hölzerne Rundstab, der zum zum Halten und Schwingen der Axt im Kampf notwendig ist, würde bei geringer Belastung wahrscheinlich schnell brechen.

Es handelt sich nach Malmer hier vielmehr um zwei Prestigeobjekte oder Machtinsignien innerhalb der Gruppe der schwedischnorwegischen Streitaxt Kultur. Auch das Vorkommen dieser Äxte in Gräbern stützt weiters diese These. Als kostbare, kunstvoll gearbeitete Gegenstände von großer Schönheit bezeichneten die Streitäxte natürlich den Rang ihres Trägers, im Leben, sowie im Tod.

Schaftlochäxte vom Typ D1b und vom Typ C2 zeugen aber wahrscheinlich nicht nur für den hohen Rang ihres Trägers, sondern hatten wahrscheinlich oft auch nur einen überwiegend symbolischen Charakter.

Die schwedisch-norwegische Streitaxtkultur, fälschlicherweise auch nordische Bootsaxtkultur genannt, entspricht der Schnurkeramischen Kultur. Sie fällt damit bereits in einen Abschnitt der europäischen Kupferzeit. Dass die Schaftlochäxte in Stein also Exemplare in Metall nachahmen wird oft vermutet. Vor allem die Schaftlöcher scheinen dafür zu sprechen. Die Naht, die First, die oben und unten an den meisten dieser Schaftlochäxte zu sehen ist, meint aber nach Malmer keine metallischen Gußnähte. Meinten die Steinbeile aber wirklich Metallbeile, so wären sie für den Träger wahrscheinlich noch wertvoller gewesen, da in Steinaufwendiger als in Metall herzustellen und nicht wie Kupferbeile zerstötrbar, sondern unzerstörbar für immer.

Im 19. Jhdt befand sich Beil 1 vom Typ D1b bereits nachweislich in der Sammlung von Lars Otto Johan Holst (1863-1936), einem Tierarzt, der ab etwa 1887 in Ronneby, Südschweden, tätig war. Holst interessierte sich stark für die Vorgeschichte des alten Skandinaviens, vor allem für die Streitaxtkultur. Wie zahlreiche andere Sammler dieser Zeit auch, brachte es Holst zu einer beachtlichen, umfangreichen Sammlungen von frühsteinzeitlichen Artefakten. Er forschte viel und suchte auch selbst in der näheren Umgebung seines Wohnorts. Viele Stücke kaufte Holst allerdings bereits im Antiquitätenhandel. Auch im norwegischen wenn er auf Reisen war. Dort vor allem bei der für Antiquitäten- Kunst- und Juwelenhandel damals allorts bekannten Firma Henriques und Petersen in der Osterstraße 72, in Kopenhagen. Andere neolithische Gegenstände, gerade die aus der engsten Umgebung von Ronneby stammen, erhielt Holst oft aber auch als Bezahlung für die Arbeit, die er dort zwischen 1887 und 1929 als Tierarzt leistete.

PREIS 
auf Anfrage

LITERATUR
Neolithische Studien von Malmer
Bootsaxt-Streitaxt-Schnurkeramikerkultur

PROVENIENZ
aufgefunden vor 1887
Besitz Finder
Sammlung Lars Otto Johan Holst (1863-1936)
als Bezahlung erhalten für tierärztliche Leistungen ( zwischen 1887-1929)
ab 1936 Familienbesitz Holst
Kunstmarkt Schweden
1980er Jahre Kunstmarkt London
Beil 1 (Typ D1b) englischer Privatbesitz bis 2019
Beil 2 (Typ C2) schwedischer Privatbesitz bis 2002
Privatsammlung Österreich bis 2019

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