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GORGO MEDUSA APPLIKE

apulisch, frühes 3. Jhdt. v. Chr.
Fundort: höchstwahrscheinlich Canosa

Große Terrakottaapplike in Form des Kopfes der geflügelten Gorgo Medusa. Die Applike stammt ursprünglich von einem überdimensionalen, polychromen, plastisch verzierten canosinischen Askos. Der vorliegende Kopf befand sich demnach frontal auf der Vorderseite, gerahmt von zwei plastischen Pferdeprotomen. Oberhalb und auf der Rückseite war die Vase weiters mit hoher Wahrscheinlichkeit mit drei Terrakottaniken verziert. Unsere Applike entspricht den Medusaappliken der Vasen Princeton University Art Museum und Museo Archeologico Bari. Auch die gleiche Modell wäre hier denkbar. Ein weiterer Vergleich dieses Askostypus stammt aus dem Lagrasta Grab, heute im Louvre befindlich. Diese Sonderform figural verzierter Askoi ist vor allem für die Region Canosa typisch. Es darf davon ausgegangen werden, dass sich auch die Produktionsstätte dieser barock überladenen Gefäße dort befunden hat, die zum Ende des vierten Jahrhunderts vor Christus in Apulien auftauchen und bis in die zweite Hälfte des dritten Jahrhunderts vor Christus nachzuweisen sind. Der Typ dürfte eine Weiterentwicklung der sogenannten Skylla Askoi sein.

Das Medusantlitz entspricht dem hellenistischen Zeitgeist. Es hat alles an Furchtbarkeit und dämonischen eingebüßt und erscheint menschlich lieblich. Nur noch die Flügel und die stark stilisierten Schlangen im Haar erinnern an das einst häßliche und dadurch Unheil abwehrende Aussehen. Trotz der Veränderung im Stil verspricht man sich nach wie vor apotropäische Wirkung durch die Darstellung der Medusa.

Das erklärt auch die Darstellungsvergesellschaftung mit den Pferden (des Helios oder der Niken?) und den geflügelten Niken an solchenn, nur für das Grab hergestellten Vasen.

Medusa ist in der griechischen Mythologie eine Gorgone, die Tochter der Meeresgottheiten Phorkys und Keto sowie die Schwester von Stheno und Euryale. Sie besaß als einzige der drei Gorgonen eine sterbliche Natur. Frühe bildliche Darstellungen der Gorgonen finden sich unter anderem in der griechischen schwarzfigurigen Vasenmalerei. Ihre verzerrten Gesichter werden durch die große Mundpartie mit zahlreichen, oft spitzen Zähnen und heraushängender Zunge gekennzeichnet. Sie verfügen über Flügel und auch Schlangen kommen als Körperteile früh vor, die allerdings nicht unbedingt am Kopf, sondern beispielsweise auch an den Schultern ansetzen können. Im Unterschied zu den übrigen abgebildeten menschlichen und mythologischen Figuren in der archaischen Vasenmalerei sind ihre Gesichter nicht im Profil, sondern in Frontalansicht dargestellt. Wie auch der ägyptische Gott Bes sowie Silenos erfährt die Darstellung der Medusa eine Vermenschlichung in der Darstellung, im Laufe der Zeit und speziell während der des Hellenismus.

PREIS 
3.500 EUR

PROVENIENZ
Privatbesitz Schweiz seit 1950
Kunsthandel Genf
Galerie Kunst der Antike
Privatsammlung USA

LITERATUR
A study on Canosinian askoi

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