PTAH-SOKAR-OSIRIS DES HERYESENEF

ägyptisch, Spätzeit-Ptolemäische Zeit, 700-300 v. Chr.

Diese zweiteilige, mumienförmige, polychrom bemalte Holzfigur, zeigt den Gott der Auferstehung, Ptah-Sokar-Osiris. Der Schöpfergott Ptah, der Totengott Sokar sowie der Auferstehungsgott und Herr des Totenreichs Osiris sind hier zu einer Einheit im altägyptischen Glauben verschmolzen. Die Farbgebung der ganzen Statuette ist von großer Bedeutung. Das Gelb (Gold) des Gesichts stand für das Göttliche. Das Weiß der Augen galt als Zeichen der Reinheit, Unschuld und Heiligkeit. Das Blau der Perücke stand für Lapislazuli, aus dem das Haar des Osiris lt. PT148 gewesen sein soll, bzw. ebenfalls für Leben und Wiedergeburt. Der mumienförmige Körper ist ein bekanntes Merkmal des Osiris, während die hohe Federkrone (in diesem Beispiel fehlt) gewöhnlich mit den beiden anderen Göttern assoziiert wird, die die betreffende synkretistische Einheit bilden, die Memphiten-Gottheiten Ptah und Sokaris. Auf der Vorder- und Rückseite dieses PSO gibt es eine einzelne Spalte mit detailliertem, qualitativem Hieroglyphen-Text, der den Verstorbenen als Heryesenef bezeichnet. Sehr schönes Gesicht mit Mandelaugen und einem leichten Lächeln. Ein seltener Stil, denn er besteht aus zwei Hälften, die wie ein kleiner Mumiensarg mit Zapfen und Zapfen zusammengesetzt sind. Spuren von Leinen für eine Kornmumie, die noch drinnen erhalten sind. Ähnliche "Kornmumien" wurden in der ptolemäischen Zeit während aufwendiger Tempelrituale im Monat Khoiak hergestellt. Die Ptah-Sokar-Osiris-Figuren drücken die gleiche Symbolik aus, nun zum Nutzen des privaten Grabinhabers. Oft waren sie in zwei Hälften geteilt, ausgehöhlt wie ein Sarg, um die Kornmumie wie bei diesem Beispiel zu enthalten. Am bemerkenswertesten in der Hinsicht ist das Finish der Figur mit Blattgold über einem Überzug aus weißem Gesso. Gold ist nicht nur ein kostbares Material, es ist eine göttliche Substanz: Nach den alten Ägyptern war das Fleisch der Götter aus Gold und ihre Gebeine aus Silber. Weil Gold nicht korrodiert, wurde es zu einem Symbol für Ewigkeit und Unsterblichkeit. Ihre Verbindung mit der Sonne und ihren belebenden Strahlen trug ebenfalls zu dieser Symbolik bei. So ist Gold das passendste Material für Figuren von Gottheiten, besonders für solche Auferstehungspatronen wie Ptah-Sokar-Osiris.

Derartige, synkretistische Holzstatuetten waren von der Spätzeit bis in die griechisch-römische Epoche eine häufige Grabbeigabe. M. Raven hat den Versuch unternommen die Ptah-Sokar-Osiris Statuetten an Hand der sich in Leiden befindlichen Exemplare zu klassifizieren und datieren. Die vorliegende Statuette entspricht Ravens Typ IV C (Open Coffin type). Er klassifiziert ihn als Statuetten mit rotem oder schwarzem Körper und vergoldetem Gesicht. Swty Krone, blaue Perücke und manchmal göttlichem Bart. Sollte ein Kragen gezeigt werden. so ist es der wsh n bik mit antithetischen Falkenköpfen als Enden. Weder Arme noch Hände werden gezeigt. Rückseitig Pfeiler. Der Standardtext des Typ IV darf nach Raven so übersetzt werden: Words spoken by the the Osiris „Hail to thee, heir, who proceeded from this god, spittle which proceeded from Atum, divine body that returned, great god, ruler of the Thinite nome, who appeared from the dew out of the left eye, ruler of the realm of the dead in the twilight. The great god has returned, coming forth from the primaeval water, He has already been ruling when he came forth from it. He is shining in the sky as Orion, his followers are the unwearying stars. He supports the heaven which is rejoicing under her master. The inhabitants are in jubilation for the ka of the Osiris N. Every protection is his protection.
Waren hölzerne Statuetten des Ptah-Sokar-Osiris anfänglich Schutzbehälter für den kostbaren Papyrus, der entweder Teile des Totenbuchs oder des Unterweltbuches Amduat enthielt, nahmen sie später wie ein Miniatursarg Kornosirisfiguren auf, wofür bisweilen die ziegelförmige Basis als Behälter genutzt wurde (bei Typ III, IV und Misc. nach Raven). Diese bedeutende Änderung fand, nach stilistischen Merkmalen zu schließen, wahrscheinlich während des Wechsels von Kuschiten- zu Saitenzeit statt. Vergleiche dazu das Beispiel London British Museum. Das vorliegende Exemplar entspricht dem Subtypus IV C: Prunkvolle Statuetten mit roten Körpern, goldenem Gesicht, wsh n bik mit vielen Reihen und Motiven. Nomalerweise befinden sich drei Reihen an Hieroglyphen auf der Vorderseite. Für Beispiele mit nur einer Reihe vergleiche Amsterdam, Cairo Exh. nos. 4386,5024,5033,6015,6019 und 6870. Vergleichsstücke befinden sich z. B. in: KHM Wien, Cairo und dem Louvre

PREIS 
verkauft

HÖHE
58 cm

ZUSTAND
unrestauriert

PROVENIENZ
Privatsammlung USA

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