HELM VOM TYPUS MONTEFORTINO/CREMONA

italisch-römisch, Mitte 3.Jhdt. v. Chr. bis 2. Hälfte 3. Jhdt. v. Chr.

Ab dem frühen vierten Jahrhundert vor Christus tritt der Helm-Typus Montefortino seinen Siegeszug an. Der Ursprung des Typs gilt mittlerweile als keltisch. Keltische Einfälle in die Poebene und in das Picenum sorgen für ein Auftauchen von Montefortinohelmen in Norditalien bereits am Anfang des 4. Jahrhunderts vor Christus. Wenig später wird der neue Helmtyp bereits in etruskischen Werkstätten nachgeahmt, wobei sich dieser neue etruskisch-italische Typ deutlich von den keltischen Vorbildern unterscheidet. Die große Mehrzahl der etruskisch-italischen Montefortinohelme des vierten Jahrhunderts vor Christus stammen aus den Gräberfeldern Etruriens. Die weite Streuung der italisch-römischen Exemplare aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, namentlich der Fluß- und Meerfunde, bezeugen die militärischen Anstrengungen Roms  vor allem zwischen Po und Adda. Ab dem zweiten Jahrhundert vor Christus gilt der, in der Form bereits stark abgewandelte Typus Montefortino als der Standardhelm des römischen Militärs. Er streut von Spanien bis zum schwarzen Meer.

Der vorliegende Helm entspricht dem Subtypus Cremona. Die Tatsache, dass es sich hier auf Grund der Patina ebenfalls eindeutig um einen Flußfund handelt, stützt die Annahme, dass der Fundort des vorliegenden Helmes, wie bei den meisten bisher bekannten Exemplaren des Typs Cremona, zwischen Po und Adda liegt und während der dortigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Kelten von einem römischen Legionär getragen wurde. Denkbar wäre die Schlacht von Clastidium. Die Schlacht von Clastidium im Jahre 222 v. Chr. im Verlauf der Keltenkriege Roms in Oberitalien endete mit einem Sieg der Römer, die daraufhin das Gebiet der so genannten Gallia Cisalpina, d.h. die Poebene, unter ihre Herrschaft brachten. Bereits 223 v. Chr. war es in der Poebene zu Kämpfen zwischen Römern und Kelten gekommen. 

Wichtigster Gegner der Römer war dabei der Stamm der Insubrer unter ihrem Anführer Viridomarus, die ihren Hauptort in Mediolanum, dem heutigen Mailand, hatten. Diese konnten einen ersten Übergang der Römer auf das linksseitige Ufer des Po vereiteln, doch gelang es den Römern, die benachbarten keltischen Cenomanen für sich zu gewinnen und in das Gebiet der Insubrer vorzudringen. Wegen eines ungünstigen Omens war zwar der römische Consul Gaius Flaminius zurückbeordert worden, doch weigerte sich dieser, dem Befehl Folge zu leisten und verwies auf seine Erfolge gegen die Kelten.

Die Entscheidung fiel dann im Jahre 222 v. Chr., als erneut römische Truppen, diesmal unter dem Kommando des Marcus Claudius Marcellus, entlang des Po vorstießen. An dessen Südufer bei Clastidium (dem heutigen Casteggio nahe Voghera) kam es schließlich zur entscheidenden Schlacht. Der insubrische Anführer Viridomarus kam in der Schlacht ums Leben; den Quellen zufolge wurde er von Marcellus selbst getötet, der dafür die Spolia opima erhielt. Die Römer konnten in Mailand einziehen und schufen sich so mit der Gallia Cisalpina ein strategisch wichtiges Glacis. In den Triumphalfasten von 222 v. Chr. werden erstmals Germanen erwähnt. Allerdings ist dieser Beleg in der Forschung umstritten, da es sich auch um eine spätere Umschreibung im Rahmen der augusteischen Fastenredaktion handeln kann.
Die Herrschaft der Römer über dieses Gebiet wurde durch den Angriff Hannibals zu Beginn des Zweiten Punischen Krieges nur vier Jahre später wieder bedroht, doch sicherte der römische Sieg über Karthago und die anschließende Niederwerfung keltischer Aufständischer die Oberhoheit über die nach dem Sieg von Clastidium eroberten Gebiete.

PREIS 
verkauft

HÖHE: 25 cm
BREITE: 22 cm
TIEFE: 27 cm

ZUSTAND
fachmännisch restauriert und konserviert

PROVENIENZ
Privatsammlung Deutschland

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